Hotline 01 22 99 999 info@sexualerziehung.at

„Das Band der Liebe hält noch besser als das Band, das die Natur so stark

um Kinder und Eltern geschlungen hat.“

Bernhard von Clairvaux

Eltern TIPPS
zur schulischen Sexualerziehung

Klären Sie Ihr Kind als erster auf!

 

Sie wissen am besten, mit welchen Worten und in welchem Umfang das für Ihr Kind geeignet ist.
Gute elterliche Aufklärung schützt Ihr Kind vor schlechten Einflüssen!

Lesen Sie die Schulbücher Ihres Kindes!

 

Wenn Sie wissen mit welchem schulischen Aufklärungsmaterial Kinder konfrontiert werden, können Sie Ihr Kind gezielt vorbereiten und es schützen!

Werden Sie Elternvertreter Ihres Kindes!

 

Als Elternvertreter haben Sie die beste Möglichkeit sich aktiv einzubinden und Alternativen einzubringen!

„Vertrauen ist gut, Kontrolle besser“

Redewendung

Sexualaufklärung in der Schule

Der Aufklärungsunterricht wird entweder vom Lehrer selbst oder von einem Referenten eines externen Vereins gehalten.
Erfahren Sie hier Genaueres zum Ablauf, worauf Sie achten müssen und welche Fragen wichtig sind um Ihrem Kind eine altersgerechte Sexualaufklärung zu ermöglichen.

Einladung zum Elternabend

Der Elternabend findet entweder via Zoom oder als Präsenzabend statt.

Unsere Erfahrung: Der Zoom-Abend hat manchmal einen distanzierten und unpersönlichen Charakter.
Die Distanz trägt dazu bei, dass viele wichtige Aspekte unbesprochen bleiben, da weniger Fragen gestellt werden.

UNSER TIPP

Bereiten Sie sich gut auf den Elternabend vor und stellen Sie mutig Fragen!

Aufklärungsunterricht durch Lehrer

Welches Material wird verwendet?

Erkundigen Sie sich welches Material verwendet wird, lassen Sie sich zeigen, wenn es über das Schulbuch hinausgeht.


Empfehlen Sie die Wunderkunde!

Unser Tipp: Basteln Sie Wunderkunde mit Ihrem Kind und schlagen Sie es dem Lehrer vor.

Wie wird die Entstehung des Menschen erklärt?

Stellen Sie sicher, dass die biologische Aufklärung gut und altersentsprechend vermittelt wird.

 

Wir empfehlen: Lesen Sie sich auch die weiteren Punkte durch, um sich ein Gesamtbild der Problematik zu verschaffen!

 

Workshops - externe Referenten

Wer wird den Workshop abhalten?

Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass der Workshopleiter und der Referent am Elternabend meist unterschiedliche Personen sind. Notieren Sie den Namen der tatsächlichen Referenten, um eventuell später Fragen stellen zu können.

Bleiben die Lehrer anwesend?

Unser Tipp: Bestehen Sie darauf, dass der Lehrer im Klassenzimmer bei den Kindern bleibt. Andernfalls wird die Aufsichtspflicht des Lehrers nach § 51 Abs. 3 SchUG verletzt.

Unsere Erfahrung : Immer wieder kommen Kinder verstört vom Sexualworkshop nach Hause, weil dort über Dinge gesprochen wurde, die das Kind überfordert hat und somit NICHT kindgerecht sind. Wenn der Lehrer nicht in der Klasse bleibt ist die Hemmschwelle dafür niedriger und es wird leichter über obszöne und nicht alterskonforme Aspekte von Sexualität gesprochen.

Werden Übungen mit Kondomen gemacht?

Experten und wir Eltern sind der Meinung, dass ein 7 bis 10 – jähriges Kind das nicht wissen muss! Des weiteren ist anzunehmen, dass ein Kondom – sollte es einmal gebraucht werden – selbsterklärend ist.

Unsere Erfahrung: Kinder müssen in der VS immer wieder Kondomübungen mit Holzpenissen, Bananen oder Sektgläsern machen. Das verusacht im Klassenverband oft schamverletzende Situationen und verstört viele Kinder!

Welches Bildmaterial wird gezeigt?

Sie haben das Recht dieses Material zu sehen!

Unsere Erfahrung: Schon in der Volksschule werden „Aufklärungsfilme“ gezeigt, wie z.B. der Film Sex we can!

Teil 1 und 2 sind noch auf youtube zu sehen, Teil 3 nicht mehr. Dieser Link zeigt Filmausschnitte und Interviews der Verantwortlichen der Stadt Wien.

 

Wie wird mit dem Thema Pornografie umgegangen?

Der Durchschnitts – Erstkontakt von Kindern mit Pornografie ist früher als man glaubt. Meistens passiert das bereits in der Volkschulzeit. Ganz aktuell ist der Pornografiekonsum während der Coronazeit massiv angestiegen.

Unsere Erfahrung: Manche Aufklärungsworkshops verharmlosen oder vernachlässigen das brisante Thema Pornografie. (Siehe Trailer über Sex we can oben). Ganz im Gegenteil, oft hören wir dass Kinder dadurch neugierig gemacht werden und nach solchen Inhalten im Internet suchen. 

Lesen Sie mehr zum Thema auf www.safersurfing.org

Fragebox bei Sexualworkshops

 

Kinder können im Zuge der Frage – Einheit beim Workshop Fragen oder Begriffe hinausschreien oder anonym Fragen auf Zettel schreiben.

Unsere Erfahrung – Das ist der Moment in dem Kinder, die schon etwas weiter in ihrer Entwicklung oder in ihrem Vorwissen sind (weil sie schon Kontakt mit pornografischen Inhalten hatten oder es von älteren Geschwistern wissen) Fragen über Begriffe, Ausdrücke und auch sexuelle Abnormitäten stellen. Diese Begriffe werden von den Referenten meist genauestens erklärt.  Spätestens hier werden Grenzen überschritten!

So können laut Erfahrungsberichte der Eltern im Volksschulalter bereits Fragen zum Thema Anal & Oralverkehr, ja sogar bis hin zur Frage „Wie schmeckt Sperma?“ auftreten!

 

Darüber darfst du mit niemandem reden ...

Diese Redewendung hören wir so oft!
Wenn das einem Kind gesagt wird, müssen bei uns die Alarmglocken schrillen.

Was kann so was sein, was Kindern Ihren Eltern nicht erzählen dürfen?

Unsere Experten sehen, dass …

1. … damit ein Keil in das Vertrauensverhältnis von Eltern und Kind hineingetrieben wird.

2. … es dem Kind unangenehm ist, worüber gesprochen wurde und somit die Schamgrenze des Kindes massiv verletzt wurde. Hier könnte man auch Parallelen zu einem Missbrauchsfall erkennen:

Auch ein Täter sagt:Du darfst mit niemandem darüber reden!“

 

Hilfe, mein Kind hat Pornographie gesehen!

Sehr häufig wird die Gefahr von Pornographie unterschätzt. Immer öfter kommen sehr junge Menschen (ab 9-10 Jahren) mit diesem Thema in Berührung, so berichten uns Eltern. Meist geschieht es in der Schule, wenn Kinder am Handy oder Tablet des Mitschülers solche Filme und Bilder zu sehen bekommen. Es häufen sich Berichte von Eltern, deren Kinder nach Sexualworkshops an Schulen im Internet nach Begriffen suchen oder sich ganz gezielt, weil darüber (animierend) im Workshop gesprochen wurde, pornografische Filme ansehen wollen. Oftmals wird in solchem Aufklärungsunterricht vermittelt, dass Pornographie und Selbstbefriedigung ganz normal seien, ja sogar notwendig.

Es gibt Zeugnisse von Menschen, vor allem von Männern, die erzählen, wie sie in diesem Alter in Berührung mit Pornographie gekommen sind und so in eine jahrelange Abhängigkeit geglitten sind.

Warum ist Pornographie schädlich?

Pornographie ist eine Form von unpersönlicher Sexualität. Nur der eigene „Kick“ steht im Vordergrund, die schnelle Befriedigung der Lust. Die Abhängigkeit soll so stark sein wie bei schweren Drogen, sagen Experten. Menschen die davon losgekommen sind, sagen es sei ein würdeloses Leben gewesen.

Dazu im Gegensatz steht Sexualität als Ausdruck großer Liebe an den geliebten Menschen, als Selbsthingabe an ein geliebtes Gegenüber. Ich will etwas Gutes für Dich! (und nicht etwas für mich). Ich will Dich glücklich machen, ich verschenke mich an Dich. Ich will dass es Dir gut geht, ich zeige Dir meine Liebe durch meinen Körper. Ich habe nichts Wertvolleres zu verschenken als meinen Körper. Ich schenke mich GANZ an Dich.

Pornographie führt hingegen zur eigenen Befriedigung, ich bin mir selbst am wichtigsten. Dieser Weg führt nicht nur in eine starke Abhängigkeit sondern ebenso in Einsamkeit, Isolation und oftmals Lüge. Es ist der krasse Gegensatz zur oben beschriebenen, personalen, also exklusiven und treuen Liebe.

Der Mensch sehnt sich nach Liebe, nach Angenommen werden. Am deutlichsten und am schönsten zeigt sich das, wenn man ein Gegenüber hat, eine Person, der man seine Liebe zeigen kann und von der man mit Liebe beschenkt wird.

Was kann ich als Eltern tun wenn mein Kind betroffen ist?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind! Versuchen Sie nicht vorwurfsvoll zu sein, Kinder kommen durch Klassendynamik dazu oder durch den Druck von Freunden. Erklären Sie Ihrem Kind dass Sexualität schön ist, dass es dafür einen geschützten Rahmen braucht, dass viele andere Formen würdelos sind. Es ist DER Moment um ein Vertrauensverhältnis mit Ihrem Kind aufzubauen, damit es auch noch später zu Ihnen kommen kann, wenn es Probleme geben sollte. Ihr Kind wird die Bilder nicht so schnell aus dem Hirn bringen, aber Kinder haben auch eine gute Gabe, Dinge gut zu verarbeiten. Bitte wenden Sie sich an Fachleute, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind hat sich verändert und braucht Hilfe.

„Das Leben ist SCHÖN“

Gute Sexualerziehung auch …

Sexualität ist
schön &wertvoll

Jeder Mensch will
exklusiv geliebt werden

Familie ist der Ort wo treue Liebe vorgelebt wird.
Geht es in Brüche, kann das schmerzhafte Folgen haben!

Lasst uns bewusst damit umgehen!

Sexualaufklärung zu Hause und in der Schule

 

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Ihr Kind geht in einen schulischen Aufklärungsunterricht?
Erfahren Sie hier welche Rechte Sie als Eltern haben!

Eltern haben laut dem Grundsatzerlass Sexualpädagogik (2015) eine zentrale Rolle. Leider müssen wir diese in der Praxis oft einfordern.

Das Recht auf Information mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen

Eltern haben das Recht auf Information.  Lesen Sie hier Originalzitate aus dem Erlass (Punkt E. Umsetzung des Unterrichtsprinzips Sexualpädagogik):

Für eine erfolgreiche Umsetzung ist zudem das Zusammenwirken von Lehrkräften, Eltern/ Erziehungs- berechtigten,  Schülerinnen  und  Schülern  eine  wesentliche  Voraussetzung.“

„Zur guten Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigten gehören u.a. Elternabende und die regelmäßige Information der Eltern und Erziehungsberechtigen.“ 

„Allen Partnerinnen und Partner kommt im Rahmen einer Netzwerkarbeit eine besondere Rolle zu.  Insbesondere  sei  hier  auf  die  Zuständigkeit  der  Eltern  und  Erziehungsberechtigen verwiesen, denen im Kontext der sexuellen Bildung aufgrund ihrer zentralen Rolle im Leben der Schülerinnen und Schüler eine zentrale Aufgabe zukommt.“

Bitten Sie um Information und um einen Elternabend um Fragen stellen zu können! Noch mehr Info und Tipps dazu hier 

Religiöse und weltanschauliche Überzeugungen der Eltern

Das Erziehungsrecht der Eltern kann etwa durch einen tendenziösen, indoktrinierenden Sexualkundeunterricht an Schulen verletzt werden, daher können Eltern mit gutem Recht allfällige Bedenken anmelden bzw. von den Lehrern verlangen, dass sie diesbezüglich von ihnen vorab informiert werden. Eltern können, wenn es nötig ist, im Interesse des Wohles des Kindes von den verfassungsmäßigen Rechten Gebrauch machen, diese werden durch folgende Gesetze  – Menschenrecht,  Schulorganisationsgesetz und  Bundesverfassungsgesetz – geschützt.

 

  • Durch das Menschenrecht (Auszug aus dem 1. Zusatzprotokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention, Artikel 2)  Recht auf Bildung : „Der Staat hat bei der Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht der Kinder entsprechend ihrer religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen.“ Dieser Artikel hat in der österreichischen Gesetzgebung Verfassungsrang und verpflichtet den Staat, im Rahmen seines Bildungs- und Erziehungswesens die fundamentalen Überzeugungen der Eltern zu respektieren
  • Durch das österr. Schulorganisationsgesetz (SchOG § 2) – Die Aufgabe der Schule: „Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken. Sie hat die Jugend mit dem für das Leben und den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen...“
  • Durch das österr. Bundesverfassungsgesetz (Art 14 Abs. 5a BVG) – Grundwerte des österr. Schulwesens: .. Im partnerschaftlichen Zusammenwirken von Schülern, Eltern und Lehrern ist Kindern und Jugendlichen die bestmögliche geistige, seelische und körperliche Entwicklung zu ermöglichen, damit sie zu gesunden, selbstbewussten, glücklichen, leistungsorientierten, pflichttreuen, musischen und kreativen Menschen werden, die befähigt sind, an den sozialen, religiösen und moralischen Werten orientiert Verantwortung für sich selbst, Mitmenschen, Umwelt und nachfolgende Generationen zu übernehmen…
Lehrer müssen anwesend bleiben im Unterricht

Der Lehrer ist verpflichtet (!!) anwesend zu sein. Er trägt die Verantwortung auch für die Inhalte. Eine „Rufbereitschaft“ (Lehrer bleiben in der Nähe der Klasse) ist gesetzlich nicht vorgesehen und daher nicht zulässig. (Das wurde zum Beispiel im Elternbeirat des Landesschulrats für Steiermark im Mai 2017 vom Amtsdirektor ausdrücklich und mit Nachdruck festgehalten, gilt aber natürlich für ganz Österreich).  Der Schulleiter ist verpflichtet für die Einhaltung aller Rechtsvorschriften zu sorgen.

§51 Abs. 3 SchUG (Schulunterrichtsgesetz): Der Lehrer hat nach der jeweiligen Diensteinteilung die Schüler in der Schule auch 15 Minuten vor Beginn des Unterrichtes, in den Unterrichtspausen – ausgenommen die zwischen dem Vormittags- und dem Nachmittagsunterricht liegende Zeit – und unmittelbar nach Beendigung des Unterrichtes beim Verlassen der Schule sowie bei allen Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb des Schulhauses zu beaufsichtigen, soweit dies nach dem Alter und der geistigen Reife der Schüler erforderlich ist. Hiebei hat er insbesondere auf die körperliche Sicherheit und auf die Gesundheit der Schüler zu achten und Gefahren nach Kräften abzuwehren.

Bezahlung für „Experten von außen“ ist ungesetzlich – Schulgeldfreiheit

Im österreichischen Schulrecht ist der Grundsatz der Schulgeldfreiheit (Verfassungsrang!)  verankert:

Gemäß § 5 Abs. 1 des Schulorganisationsgesetzes (SchOG) ist nicht nur der Besuch der öffentlichen Pflichtschulen  sondern auch der Besuch der sonstigen unter das Schulorganisationsgesetz fallenden öffentlichen Schulen unentgeltlich.

In der Praxis zeigt sich, dass Eltern beinahe immer etwas zahlen müssen – obwohl das nicht sein dürfte, wenn der Workshop im Unterricht (im Rahmen des Stundenplanes) stattfindet. Der Beitrag kann jedoch von einem Sponsor bezahlt werden, zb. vom Elternverein (wenn es in den Statuten steht).

Schulgeldfreiheit ist ein hohes Gut. Sie wird zusätzlich durch eine Verfassungsbestimmung besonders geschützt. Artikel 14 Absatz 10 der Bundesverfassung sieht vor, dass Bundesgesetze in der Angelegenheit der Schulgeldfreiheit (s.o) nur mit Zweidrittel-Mehrheit beschlossen werden dürfen. Dieses Gesetz gilt selbstverständlich bundesweit. Lesen Sie mehr dazu hier 

Das Indoktrinationsverbot darf nicht verletzt werden

„Der Staat hat bei Ausübung der von ihm auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht entsprechend ihren eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen.“

Dieses als Elternrecht bezeichnete Grundrecht ist in Artikel 2 2. Satz 1. Zusatzprotokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verankert und genießt daher in Österreich Verfassungsrang.

Es verbietet dem Staat eine religiöse oder weltanschauliche Indoktrination der Schüler (Indoktrinationsverbot). Das heißt, dem Staat ist es nicht verwehrt, einen Unterricht durchzuführen, der religiöse oder weltanschauliche Fragen berührt. Die Vermittlung von Informationen und die Erziehung in religiösen oder weltanschaulichen Fragen müssen aber in einer „objektiven, kritischen und pluralistischen Form“ erfolgen. So hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die Bestimmung des Art. 2 1. ZPEMRK interpretiert (vgl. EGRM, Kjeldsen ua., EuGRZ 1976, 478).

Das Elternrecht gilt auch im Bereich des öffentlichen Unterrichtswesens: Das heißt, Eltern müssen sich nicht auf die Möglichkeit verweisen lassen, ihre Kinder auf eine Privatschule zu schicken oder sie privat zu unterrichten, um einen ihren Überzeugungen entsprechenden Unterricht zu erlangen. (Vgl. dazu Walter Berka, Verfassungsrecht, 5. Auflage, Wien 2014, Rz 1539)

Siehe auch Beutelsbacher Konsens, der vom damaligen Minister Fred Sinowatz 1974 bestätigt wurde.

Die Sexualerziehung ist ohne Zweifel ein Unterrichtsbereich, der religiöse oder weltanschauliche Fragen berührt.  Manche Passagen des neuen Grundsatzerlass erscheinen als weltanschaulich tendenziös und könnten daher als Verstoß gegen das Indoktrinationsverbot und damit als Einschränkung des Elternrechts gemäß Art 2 2. Satz 1. ZPEMRK gewertet werden.

Schulbezogene Veranstaltungen

Solche Veranstaltungen müssen auf dem lehrplanmäßigen Unterricht aufbauen und dürfen dem Erziehungsziel nicht entgegenstehen. Grundsätzlich finden schulbezogene Veranstaltungen während der unterrichtsfreien Zeit statt. Eine Veranstaltung, die während der Unterrichtszeit stattfindet, kann nur von der Schulbehörde zu einer schulbezogenen Veranstaltung erklärt werden.

Man muss sein Kind zur Teilnahme anmelden, es ist nicht verpflichtend. Lesen Sie hier ib_5_schulrecht_6039 darüber

Teilnahme an religiösen Veranstaltungen

Laut Religionsunterrichtsgesetz ist die Teilnahme an religiösen Übungen oder Veranstaltungen erlaubt.

§ 2a. (2) Den Schülern ist zur Teilnahme an religiösen Übungen oder Veranstaltungen die Erlaubnis zum Fernbleiben vom Unterricht im bisherigen Ausmaß zu erteilen. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009217

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