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Tagespost: Sexualpädagogik ohne Werte, aber mit Ideologie

24.06.2015 Tagespost 
Österreichs Schulen sollen künftig fächerübergreifend und zeitlich unbeschränkt Sexualerziehung treiben – Liebe, Treue und Familie spielen keine Rolle. Von Stephan Baier

Trotz heftiger öffentlicher Kritik an ihrem ursprünglichen Entwurf hat Österreichs Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zu Beginn dieser Woche ihren nur marginal veränderten Grundsatzerlass zur Sexualpädagogik in Kraft gesetzt. „Eine moderne, zeitgemäße Sexualpädagogik“ nennt die stets für Frauenrechte und die Interessen der Homosexuellen-Lobby engagierte Ministerin als Ziel….

Die Aufgabe der Schule in der „sexuellen Kompetenzentwicklung“ der Kinder beginnt laut dem nun geltenden Erlass „mit dem Schuleintritt und endet mit Austritt aus dem Schulbereich“.

Doch nicht nur zeitlich wird die Sexualpädagogik nicht eingeschränkt. Sie soll offenbar auch alle Unterrichtsmaterien erfassen: „Alle Lehrkräfte können wichtige Beiträge im Bereich der Sexualpädagogik leisten“, heißt es hier. Und: „Sexuelle Basiskompetenzen werden auf kognitiver, emotionaler, sensorischer und körperlicher Ebene entwickelt.“ Das alles „fächer- und klassenübergreifend“, in der Volksschule im Sachunterricht, später in Biologie, Religion, Psychologie und Philosophie. Die Schule soll dabei laut Erlass nicht erprobte Werte vermitteln, sondern die Kinder und Jugendlichen befähigen, „eigene Wertvorstellungen zu entwickeln“. Erziehungsziel ist gleichwohl, „eine respektvolle Haltung gegenüber verschiedenen Formen von Sexualität und Identitäten“ zu entwickeln. Zentral sei „die Entwicklung einer pädagogischen Haltung der gesamten Schule, die sich vehement gegen jede benachteiligende, herabwürdigende, sexistische, homo- und transphobe oder verletzende Äußerung oder Handlung wendet“.

 

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Kleine Zeitung: Kritik der Lehrer – es fehlt Kooperation mit Eltern

Kleine Zeitung 24.6. 2015 :

 

Der Lehrer-Gewerkschaft fehlt im neuen Grundsatzerlass zur Sexualpädagogik die Festschreibung einer engen Kooperation zwischen Schule und Eltern. „Das ist mir im Erlass zu wenig abgebildet“, so der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger (FCG), zur APA. Für die Pädagogen wäre dies auch eine „Schutzmaßnahme“.

In einem Punkt sei der Erlass außerdem „nicht modern und zeitgemäß genug“, meinte Kimberger: Die Frage der Digitalisierung mit Themen wie Pornografie im Internet, Social Networks, eng verbunden mit Mobbing und Internetkriminalität, fehle. „Das ist ein Problem, das vom Gesetzgeber angegangen werden muss.“ Dieses Thema spiele zwar bei der Sexualerziehung nur am Rande herein, werde die Schule in den nächsten Jahren aber noch stärker beschäftigen als derzeit ohnehin schon. „Da hätte ich mir eine Grundlage gewünscht, weil das können weder Eltern noch Lehrer allein unter Kontrolle halten.“

Dr. Alfred Trendl ( kathol. Familienverband) :“Liebe, Verantwortung und Familie sind – wenn es um Sexualpädagogik geht – nicht die einzigen, aber doch zentrale Werte. Verantwortlichkeit verkommt in dem Erlass zur Beliebigkeit“, wiederholte der Verband seine Stellungnahme zum Entwurf. „‚Liebe‘ und ‚Familie‘ als Begriffe kommen nach wie vor nicht vor, das ist falsch“, so Präsident Alfred Trendl in einer Aussendung.

 

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Rolle der Eltern musste gestärkt werden

Die Rolle der Eltern musste nach den massiven Protesten der Elternvertreter von der Unterrichtsministerin gestärkt werden. Dennoch hält ÖVP-Bildungssprecherin Abg. Brigitte Jank fest:
„Sexualerziehung ist und bleibt ein primäres Elternrecht, das nicht beschnitten werden darf. Daher gehen wir davon aus, dass Unterrichtsmittel und -inhalte den Eltern zeitgerecht vorgestellt und ausreichend diskutiert werden“, so Brigitte Jank heute, Dienstag, anlässlich des neuen Grundsatzerlasses Sexualpädagogik.

Der Prozess der Entstehung des neuen Erlasses zur Sexualerziehung sei kein bildungspolitisches Vorzeigeprojekt, weil dieser mehr Verunsicherung an den Schulen und bei den Eltern erzeugt hat als Vertrauen. „Das darf bei sensiblen Materien, die auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens beruhen müssen, nicht passieren“, sagte Jank.

„Es ist in die Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer gelegt, ob eine altersgerechte, adäquate Sexualpädagogik an den Schulen umgesetzt wird. Ich vertraue auf die Lehrerinnen und Lehrer, dass sie bei der Vorbereitung und Umsetzung der neuen Sexualerziehung an der Schule ausreichend Sensibilität aufbringen und den Eltern jene primäre Rolle zusprechen, welche diesen in dieser wichtigen Wertefrage zusteht. Die Eltern sind in jeder Phase einzubinden“, sagte Jank abschließend.
(Schluss)

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Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
/4436
http://www.oevpklub.at

Sexualerziehung: Karmasin kritisiert scharf

karmasinFamilienministerin berichtet von massivem Protest der Eltern gegen den Grundsatzerlass zur Sexualkunde

Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) hat im Zusammenhang mit der Reform der Sexualerziehung Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) erneut scharf kritisiert. Eigentlich sollte ein neuer Grundsatzerlass – der eine intensivere Aufklärung in der Schule bereits ab der Volksschule vorsieht – im Herbst in Kraft treten. Hier geht’s zum Artikel im Standard