„Das ist in Österreich nicht möglich“ – Eltern in Haft?

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Bisher dachten wir, dass Eltern, die in Österreich ihre Kinder vom Sexualunterricht fernhalten, nicht eingesperrt werden. Und dass es solche Vorkommnisse wie in Deutschland bei uns noch nicht gäbe. Dort mussten nämlich bereits mehrmals Eltern, die sich dem schulischen Aufklärungs-unterricht widersetzten, in Beugehaft gehen.

Unserer Initiative wird vieles  berichtet, aber diese „rote Linie“ wurde in Österreich noch nicht überschritten. Zumindest bis zum Mai dieses Jahres noch nicht.

Workshop in der Schule

Kurz vorm Sommer kontaktierte uns ein Familienvater, um uns folgendes zu erzählen: Er wollte seine Tochter nach einem Elternabend, bei dem ein Workshop in der vierten Klasse Volksschule in Vorarlberg vorgestellt wurde, nicht in den Sexualunterricht gehen lassen.  Diese Form der Sexualerziehung wollte er nicht für sein Kind, schon gar nicht, als er am Büchertisch das mehrfach als pädophil angesehene  (und inzwischen nicht mehr aufgelegte) Buch  „Lisa und Jan“ erblickte. Danach wurde ein eineinhalbstündiges Gespräch mit der Direktorin geführt, die nicht bereit war, das Kind aus dem Unterricht zu nehmen. Sie drohte den Eltern mit einer Anzeige, falls diese bei Fernbleiben kein ärztliches Attest bringen würden.

An diesem Tag schrieb die Mutter ein sms an die Klassenlehrerin, dass das Kind nicht in die Schule komme. Die Direktorin meldete die Fehlstunden als „unentschuldigte Versäumnisse“ dem Landesschulrat, und kurze Zeit danach bekam die Mutter vom Bezirkshauptmann Feldkirch eine Strafverfügung über 30 € Geldstrafe oder 12 Stunden Ersatzfreiheitsstrafe. Die Eltern waren sehr aufgebracht darüber und suchten den Kontakt zu uns. Ein Rechtsanwalt übernahm die Angelegenheit und machte einen Einspruch.

Einstellung des Verfahrens

Im August 2017 bekamen die Eltern die Benachrichtigung, dass das Verfahren eingestellt worden sei. So hat das Elternrecht gesiegt, die Behörden haben glücklicherweise eingelenkt.

 

Elternprotest macht sich bezahlt! Wir Eltern dürfen uns diesen Zugriff auf unsere Kinder nicht gefallen lassen. Gut dass wir Eltern in Österreich noch entscheiden dürfen, was für unsere Kinder passend ist und was nicht.

Übrigens hat in Deutschland zeitgleich ebenfalls ein Fall für Aufsehen gesorgt – ein Kind wurde aus dem Haus der Eltern gezerrt und mit Gewalt in die Schule gebracht um am Sexualunterricht teilzunehmen. Lesen Sie den schockierenden Bericht hier.

 

 

 

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