Was diese Kinder und Eltern bisher erleiden und erdulden mussten, ist unfassbar. Obwohl diese übergriffigen Vorkommnisse vor zwei Jahren stattfanden und sowohl vom Volksanwalt als auch vom Bürgeranwalt (ORF) behandelt wurden und auch in der Zeitung darüber berichtet wurde, fühlen sich diese Eltern bis heute unverstanden.
Es begann in der dritten Klasse einer oberösterreichischen Volksschule (2022), als eine Klassenlehrerin den 8-jährigen Kindern im Aufklärungsunterricht Oralverkehr erklärte. Diese Lehrerin, die sich in der Umziehkabine auch gerne splitternackt vor die Mädchen stellte, gab der Klasse außerdem einige Bücher für die Pausenlektüre: Darin waren Bilder zu sehen, wie z.B. eine Person einen Penis küsst, oder ein Junge mit erigiertem Penis anderen Personen beim Sex zusieht. Die Eltern waren sehr aufgebracht, bei einem Gespräch des Elternvertreters mit der Lehrerin wurde Verbesserung versprochen.
Das klingt alles schon schwer erträglich, es sollte aber noch schlimmer werden: In der vierten Klasse (2023/24) sprach dieselbe Lehrerin neuerlich über Oralverkehr. Die Mädchen saßen im Sesselkreis und es wurde ein Kondom weitergegeben. Alle Mädchen mussten es anfassen. Ein Mädchen erzählte: „Mama wir haben heute ein Kondom anfassen dürfen, das ist megaschleimig.“ Einige waren so geekelt, dass sie sich danach die Hände gewaschen haben. Sie mussten sich auch anhören, dass es verschiedene Geschmacksrichtungen gäbe, denn „nicht jeder mag Banane oder Erdbeere!“ Ein Mädchen erzählte: „Die Lehrerin hat gesagt, dass man den Penis lutschen kann, das sei für manche das Schönste“. Auch ohne Liebe könne man Sex haben und deshalb sollten sie, die 9-jährigen Mädchen, immer ein Kondom mithaben, wenn man bei einem Freund übernachtet.
All das ist schwer erträglich – aber es kam noch schlimmer.
Einige Tage später zeigte diese Lehrerin einen oder mehrere Aufklärungsfilme in der Klasse – ohne dem Wissen der Eltern. Erst drei (!) Monate später begannen die kleinen Mädchen in einem privaten Rahmen nach und nach darüber zu sprechen: Sie hatten sich schreckliche Sexszenen mehrmals ansehen müssen, weil die Lehrerin den Film immer wieder zurückgespult hatte und sie zwang, hinzusehen. Sie hätten monatelang Alpträume und Schlafstörungen gehabt und von Vergewaltigung geträumt. Ein Mädchen sagte noch immer geschockt: „Es war wie ein Horrorfilm!“ Die Lehrerin hätte ihnen außerdem untersagt, mit Eltern oder anderen darüber zu sprechen, wodurch die Kinder aus Angst vor Konsequenzen so lange geschwiegen hätten.
Nach erfolglosen Gesprächen reichte ein Elternpaar im März 2024 eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der oberösterreichischen Bildungsdirektion ein. Weitere Berichte von fast allen Mädchen, die Erlebnisse und verstörende Reaktionen dokumentieren, wurden beigelegt. Die meisten Eltern wollten aber durch den inzwischen großen Druck von Direktorin und Lehrerin anonym bleiben. Die Beschwerde blieb für die Eltern unbeantwortet. Im Juni 2024 erfuhren die Eltern über die Medien, dass „kein Fehlverhalten der Lehrerin“ festgestellt worden war. Damit wurde den Eltern klar: den Aussagen der Kinder wird nicht geglaubt und das Fehlverhalten der Lehrerin soll von höchster Landesstelle vertuscht werden. Auf Anfrage einer zweiten Mutter an die Bildungsdirektion, ob diese Vorkommnisse und Unterrichtsmethoden für das Alter angebracht seien, kam die Antwort: „Die von der Lehrerin verwendeten Materialien und Methoden wurden als konform mit den pädagogischen Standards und Richtlinien bewertet. Sämtliche erhaltene Eingaben wurden sorgfältig untersucht; es konnte jedoch keine Bestätigung der Vorwürfe gefunden werden.“
Die Eltern wendeten sich an den Volksanwalt, der nach eingehender Untersuchung immerhin im Juni 2025 feststellte, „dass die plastische Vorführung und Besprechung der Funktion von Verhütungsmitteln jedenfalls bei Volksschulkindern zumindest fragwürdig erscheint. Dasselbe gilt für die Darstellung des Oralverkehrs.“ Die Beurteilung des Filmes war nicht möglich, weil das Bildungsministerium und die Bildungsdirektion OÖ der Volksanwaltschaft keine Filmkopie zur Verfügung gestellt hatten! Ebenfalls keine Information gab es über die angefragten wissenschaftlichen Grundlagen dieses Aufklärungsunterrichts.
Bei einem Fernsehauftritt (Bürgeranwalt im ORF Jänner 2025) zweier betroffener Mütter standen Aussagen gegen Aussagen.
Das mutige, öffentliche Auftreten der Mütter hatte Folgen: Die Bildungsdirektion und Direktorin versuchte die eine Mutter, die an der Schule als Religionslehrerin tätig war aus der Schule zu drängen und der anderen Mutter wurde die bereits zugesagte Aufnahme ihres Kindes in eine Mittelschule verwehrt (nach einem Gespräch mit dem Direktor dann glücklicherweise doch wieder gewährt).
Diesen Eltern und Kindern wurde nicht geglaubt, Tatsachen wurden verdreht und es wurde enorm viel gelogen. Wir, die FamilienAllianz, haben im März 2024 selbst Gespräche mit den betroffenen Eltern geführt und dokumentiert, wie schockierend die Berichte der Kinder waren. Es ist ein Muster, das sich wiederholt, wie beim tatsächlichen Missbrauch: Erwachsene (Lehrer oder externe Referenten) tragen unangebrachte Inhalte vor oder beantworten Fragen der Kinder, die Sexualpraktiken von Erwachsenen betreffen, übergenau. Genau in diesem Moment finden grenzüberschreitende Verstörungen statt, die kindliche Scham wird verletzt. In diesem Fall mussten die Kinder sogar Handlungen machen, das ist noch eine Stufe prägender. Wenn dann noch den Kindern gesagt wird, sie sollen mit niemandem darüber sprechen, so ist das dasselbe Verhalten wie der Täter beim Missbrauch (Grooming).
Dass unangebrachte Aufklärungsbücher enormen Schaden an Kinderseelen anrichten können, ist uns durch unzählige Berichte betroffener Kinder ebenfalls bekannt.
Eltern werden als „von gestern“ oder nicht vertrauenswürdig hingestellt, in diesem Fall reicht dieses Verhalten gegenüber Eltern bis in höchste bildungsrelevante Kreise. Eltern werden von einer Zuständigkeit zur nächsten verwiesen.
Für uns zeigt dieser Vorfall an der Volksschule deutlich: die wenigen Eltern, die heute wach und besorgt ihre Kinder in den Schulen vor Ideologien schützen wollen, werden an den Pranger gestellt und lächerlich gemacht. Die große Menge schweigt angstvoll und vertraut noch immer der Obrigkeit. Nur so kann sich diese menschenverachtende Ideologie weiter ausbreiten.